Die Physik und ich, eine Liebesgeschichte

Ich kann mich noch gut erinnern, als wäre es erst gestern gewesen. Frisch nach der HTL Matura war die TU Wien 2004 meine Liebe auf den ersten Blick. Zwar hatte ich nicht unbedingt das Studium der Technischen Physik im Sinn, aber ich wusste, dass ich etwas an der TU Wien studieren würde. Im Nachhinein betrachtet war meine Entscheidung Technische Physik zu studieren die beste, die ich treffen konnte.

Meine Beziehung zur Physik begann allerdings sehr holprig und war anfangs fordernd. Der Umstieg von der HTL auf das Studium deprimierte mich in den ersten Semestern zutiefst. Die Arbeits- und Lernweise waren für mich etwas Neues. Von Freizeit konnte ich nur träumen. Ich brauchte Zeit, um meinen Rhythmus zu finden. Ich habe aber nicht aufgegeben und siehe da, im 5. Semester ging mir der Knopf auf.

Der Hauptgrund dafür, dass die Beziehung zur Physik nicht gescheitert ist, waren die Menschen in meiner Umgebung. In meinem 4. Semester bekam ich interessanterweise durch einen Strickkurs Einblick in die Fachschaft Physik. Eigentlich ist die Fachschaft die Studienvertretung, welche die Interessen der Studierenden vertritt und fördert. Ich lernte sie als eine Gruppe von sehr interessanten Menschen kennen. Nicht nur, dass alle meine Liebe zur Physik teilten, sie diskutierten auch gerne abseits von Lehrveranstaltungen darüber. Zum ersten Mal in meinem Leben gelangte ich in eine Gruppe, die so offen und reflektiert mit ihrer Umwelt umging. Es war eine Gruppe, die so heterogen war, dass die Meinungsverschiedenheit und die unterschiedlichen Ansätze Probleme zu lösen, meine Experimentierfreunde in der Physik bestärkten und meine Liebe zur TU Wien neu entflammten.

Ich entdeckte plötzlich einen neuen Aspekt an meinem Studium und an der Uni, die Interessenvertretung einer Personengruppe gegenüber anderen Personengruppen. Die Arbeit als Studienvertreterin und Vorsitzende der HTU Wien öffnete mir die Augen in mehreren Bereichen der zwischenmenschlichen Interaktion. 2007 bis 2011 waren jene Jahre, die ich der Technischen Universität und der Arbeit für die Studierenden schenkte. Das tat ich gerne. Aus dieser Zeit nehme nicht nur das, was wir im Studium auch „Soft Skills“ nennen, mit, sondern auch etliche Freundschaften. Die Fachschaft Physik und die HTU wurden zu meiner zweiten Familie und zu meinem zweiten Wohnzimmer.

Inzwischen bin ich in meinem Studium an dem Punkt angelangt, an dem ich meine Diplomarbeit schreibe. Mein Studienabschluss ist nach beachtlichen 16 Semestern in Sicht. Auch wenn ich mich darauf freue, so blicke ich dennoch mit Tränen in den Augen auf die schönste Zeit meines Lebens zurück. Mein Studium und Menschen in meiner Umgebung prägten mich sehr. Ich weiß mit Sicherheit, dass meine Liebe zur Physik und zur TU Wien auf ewig anhalten wird. Egal wo auf dieser Welt mein Leben weitergeht, so werde ich mit Freude immer wieder zurückkehren, um die Atmosphäre, die Stimmung und die Entwicklung wieder erleben zu können.

Ich möchte diesen Artikel mit einem oder eigentliche mehreren „Danke“ abschließen. Danke an alle Lehrenden für die Grundlagen die nötig sind um forschen zu können. Danke an die Fachschaft Physik und an die HTU Wien für die Förderung und Unterstützung. Danke an die TU Wien für die schönsten Erlebnisse, die man auf einer Uni haben kann. Danke an alle meine Kolleginnen und Kollegen im Studium und auf der gesamten TU Wien, die mein Weltbild erweiterten. Danke an meine Familie dafür, dass sie immer hinter mir stand. Ich liebe euch alle!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s