Studiengebühren sind nicht notwendig

Wer noch immer nicht glaubt, Sparmaßnahmen würden die Studierenden nicht betreffen, den überzeugt vielleicht dies hier. Die Studien- und Prüfungsabteilung der TU Wien hat in der zweiten Hälfte September 2011 folgende Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 10:00 bis 12:00 und am Mittwoch von 14.00 bis 16.00 Uhr. In der zweiten Hälfte September 2010 hatte sie noch um sieben Stunden in der Woche länger offen: Montag bis Freitag 9:00 bis 12:00 Uhr und zu sätzlich am Mittwoch auch von 14:00 bis 16:00 Uhr. Jetzt bleibt nur noch abzuwarten wann die Öffnungszeiten der Universitätsgebäude und der Bibliothek vermindert werden.

Mit Studiengebühren wird alles besser? Es ist eine sehr einfache Rechnung, dass man zur Stopfung der finanziellen Löcher Studiengebühren in der Größenordnung von über EUR 1000,- pro Person und Semester einheben müsste. Das wären dann für die TU Wien ca. 48 Mio Euro zusätzlich pro Jahr (ich rechne mit ca. 24000 Studierenden). Gemeinsam mit dem Anteil der Bildungsmilliarde (nachdem auf der TU Wien ca. 8 % aller Studierenden in Österreich studieren, schätze ich, dass das ca. 27 Mio Euro pro Jahr sein werden)  könnte sie sich endlich die notwendigen Sanierungen leisten, endlich das Hörsaalzentrum bauen und die Öffnungszeiten wieder an den Bedarf anpassen.

Aber wer kann sich schon EUR 2000,- Studiengebühren pro Jahr leisten? Ich schätze vorsichtig ca. 5 – 10 % der Studierenden. Das heißt, dass ein erheblicher Anteil an Studierenden eine Rückerstattung brauchen wird. Egal ob es eine Staffelung geben wird oder nicht, die Kosten, die dem Staat durch Rückerstattung und Verwaltung entstehen würden, sind für die TU Wien in der selben Größenordnung wie der Anteil der Bildungsmilliarde. Nun bleibt nur noch die Frage ob die Rückerstattungen (also die Studienbeihilfe) vom Staat oder von den Universitäten gezahlt wird.

Mein Konklusio: Wenn der Staat in Zukunft für die Studienbeihilfe aufkommt, dann soll die Regierung gleich zwei Bildungsmilliarden hergeben und dafür auf die Studiengebühren verzichten. Macht finanziell mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Unterschied und die Universitäten und Stipendienstellen ersparen sich viel an Verwaltungsaufwand.

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